In der Hölle…

… naja, nicht wirklich in der Hölle: Ich war im Frühjahr in der “Mertinger Höll(e)” unterwegs, einem Niedermoor im Mertinger Ried bei Donauwörth. Diese Landschaft ist “Zufluchtsort für seltene Tier- und Pflanzenarten, dient als Wasserspeicher und leistet durch das Speichern von CO2 einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz” (1) und ist selbstredend Naturschutzgebiet. Im Frühjahr vor dem ersten Grün hat die karge Landschaft einen eigenen und sehr herben Reiz, deren Namen “Höll” noch heute an die schwere Arbeit der Bauern in dem Sumpfgebiet erinnert. Hier wurde noch bis in die 60er Jahre Torf abgebaut.

Die hier gezeigten Bilder habe ich übrigens beim diesjährigen Wettbewerb “Wiki loves earth” der Wikipedia-Foundation eingereicht. Dieser Wettbewerb läuft noch den ganzen Mai über und soll Naturdenkmäler deutschlandweit fotografisch erfassen.

Hier meine Fotografien, die alle mit meiner Olympus-Pen (E-PL 3) und dem 14-42mm Kitobjektiv entstanden sind. Während meines Spaziergangs kippte das Wetter ins Dramatische und den Heimweg musste ich dann durchnässt antreten. Zum Glück ist die Olympus so klein, dass ich sie leicht in meiner Jacke schützen konnte…

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Vorsprung

vorsprung_durch_leistung by .

Dieses Foto zeigt einen Ausschnitt der Wand eines Möbelhauses. Der Parkplatz war an dieser rückwärtigen Seite des üblichen Möbelhaus-Zweckbaus leer und gab einen ungehinderten Blick auf die Betonwand samt Feuertreppe frei, deren Trostlosigkeit nur von dem rot markierten Marketing-Spruch “Vorsprung durch Leistung” durchbrochen – oder besser vielleicht sogar noch betont wird.

Ich hatte zufällig meine kleine Sony WX220 Kompaktkamera dabei, die ich bereits hier kurz vorgestellt habe. Ich habe versucht, die erwähnte Tristesse in ein formal “strenges” und einfach aufgebautes Bild zu setzen. Sicher kein im landläufigen Sinn “schönes” Foto. Aber vielleicht ein Foto, das dazu einlädt, über Sinn und Unsinn von Werbe-Botschaften nachzudenken, deren überflüssige Unorginalität allein schon spontanes Gähnen hervorruft. Dass niemand eine solch abgedroschene “Botschaft” braucht, unterstreicht die öde Leere, vor der sie hier prangt.

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Apfelblüte

Apfelblüte by ulrich-berens.de.

Apfelblüte, Canon 70D, Tamron 100mm Makro, f2,8, ISO 200, 1/400 Sek.

Das Foto machte ich vor einigen Tagen, als unser Apfelbaum in voller Blüte stand. Es beweist einmal mehr die Klasse des 100m-Makro-Objektivs von Tamron, dessen Abbildungsleistung keinen Vergleich scheuen muss. Makrofotografie ist für mich immer eine spannende Reise durch einen Mikrokosmos, der mit jedem Millimeter meiner Fokussierung neue Perspektiven eröffnet und ungeahnte Farbspiele zeigt …

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Rauhreif

Heute morgen brauchte die Sonne einige Zeit, durch den Nebel zu dringen. Draußen war es kalt, der Nebel hatte sich überall als Rauhreif niedergelassen. Ich hab einige Konzeptfotos drinnen geschossen und bin für einige Aufnahmen in den Garten. Auf der Kamera hatte ich das Tamron SP AF 2.8/17-50 mm XR Di II, weil ich drinnen eine lichtstarke Linse brauchte. Was mir bislang noch gar nicht aufgefallen war: das Objektiv hat auch nicht zu unterschätzende Makro-Qualitäten, wie diese Aufnahmen beweisen. Die Naheinstellgrenze ist sehr gering, sie liegt bei wenigen Zentimetern. So gelingen schöne Bilder mit einem interessanten Schärfeverlauf.

Die auf den Fotos zu sehenden Ausschnitte von Eisenteilen sind übrigens Teil einer Skulptur, die ein befreundeter Künstler aus Schrott-Teilen zusammengeschweißt hat und schon einige Jahre in unserem Garten steht.

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2

Côte Sauvage: Le Chateau Turpault

Le Chateau Turpault by Ulrich Berens

Le Chateau Turpault, Halbinsel Quiberon, Canon 1000D, Sigma 10-20mm, f5,6

An der “Wilden Küste” (Côte sauvage) im Süden der Bretagne steht das kleine Schlösschen Turpault auf einer felsigen Landzunge bei Quiberon. Auf der Atlantikseite verdient sich die Côte sauvage mit ihren kleinen Sandstränden zwischen den felsigen Buchten Port Blanc und Port Bara, an denen striktes Badeverbot herrscht, durchaus ihren Namen: das Meer ist oft wild und aufgewühlt und arbeitet sich an den zahlreichen Klippen ab.

Durch den Tourismus wurde die Küste in den letzten Jahrzehnten stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass durch Schutzzäune und ähnliche Maßnahmen versucht wird, die Vegetation zu erhalten, was aber viele Touristen, die weniger ökosensibel sind, nicht davon abhält, durch die spärliche aber doch einzigartige Vegetation zu stapfen.

Die Gegend hat eine lange Vorgeschichte, auf die die Dolmen (Beg-Port-Blanc) und eine Anzahl von Menhiren verweisen, die zum Teil auf etwa 4000 v. Chr. datiert werden.

Das Foto stammt im Original von 2010, jetzt habe ich es für meine erste Fotoausstellung am 6.2.2015 noch einmal in Schwarzweiß entwickelt – eine Umsetzung, die mir wegen ihrer Dramatik gut gefällt.

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Wetterfront im Ries

Wetterfront-bei-Wemding by .

Entstanden ist diese Aufnahme kurz vor Weihnachten im Ries bei Wemding während eines Spaziergangs, auf dem ich die Möglichkeiten meiner neuen “Immer-Dabei”Kamera auslotete – einer Sony WX220 Kompaktkamera, die so klein ist, dass ich sie mit geschlossener Faust unsichtbar machen kann (9,2 x 5,2 x 2,2 cm). Zwar sind die Tasten der Kamera größenbedingt ziemlich fummelig-klein, dafür gibt es aber auch nicht allzu viele davon. Sie lässt sich mit einer Hand gut halten und schießt auch ganz ansehnliche Fotos. Gerade bei Landschaftsaufnahmen wie dieser weiß ich z.B. ein einblendbares Gitternetz zu schätzen, dass mir bei der Ausrichtung am Horizont hilft. Manuelle Modi bringt die Kamera kaum mit, dafür einige ganz brauchbare Automatiken und Presets. Wie gesagt die Qualität der 18 MP Fotos ist für eine Kamera dieser Größe und den kleinen Sensor ziemlich gut, wenn auch am Bildrand etwas abfallend. Der optische 10-fach Zoom klingt zwar praktisch, ist aber nur bei sehr guten Lichtverhältnissen zu gebrauchen, bei schlechtem Licht hält man den Winzling von Kamera einfach nicht ruhig genug.

Das Foto hab ich – abgesehen davon, dass ich es auf webgeeignete Größe herunterskaliert habe – nur ein wenig entsättigt. Dem ziegelroten Scheunendach habe ich etwas mehr Sättigung gegeben und den Himmel noch etwas abgedunkelt, um die Dramatik der Wetterfront hervorzuheben. Das rote Dach ist Zentrum des Bildes und hält den Bildaufbau in der Balance. Es lag nahe, das rote Dach zum “Angelpunkt” des Bildaufbaus zu machen, da es fast mittig in der Baumreihe steht, was zum symmetrischen Bildaufbau quasi einlädt.

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Das Neue Jahr leuchtet

Das Neue Jahr leuchtet by ulrich-berens.de.

Beim abendlichen Fotospaziergang durch das verschneite Donauwörth schweift der Blick von der Brücke am Rieder Tor hin zur eineinhalb Kilometer entfernten Heilig-Kreuz-Kirche über den Lauf der sog. “Kleinen Wörnitz” mit seiner weihnachtlich geschmückten Fußgängerbrücke.

Es schneite zum Teil heftig, während ich unterwegs war, und machte es schwierig, bei den Lichtverhältnissen eine klare Aufnahme zu machen. Dennoch zeigt die Aufnahme die Low-Light-Qualitäten meiner Canon 70D, deren High-ISO-Fähigkeiten (hier ISO 6400) durchaus zu brauchbaren Aufnahmen führen. Das Foto habe ich daheim noch durch einen “Cross-Entwickler” am PC geschickt, dessen Farbgebung das “Rauschen” des Schneefalls doch etwas abmildert.

Von der Bildwirkung kontrastiert für mich das gelbwarme Licht der weihnachtlichen Beleuchtung gut mit dem bläulichkalten Licht, in das die Gebäude (“Färbertörle” rechte Bildmitte hinter der Brücke) getaucht sind. Ebenso gefällt mir auch die “Tiefe” dieser Aufnahme: Der Turm der Heilig-Kreuz-Kirche im Hintergrund ist nur angedeutet, ist aber trotzdem Endpunkt der Blickführung dieses Fotos, die vorne bei den schneebedeckten und mit Lichtern geschmückten Bäumen beginnt, sich über das Lichtband des kleinen Flusses erstreckt, die Brücke mit ihren Lichtern, das erleuchtete Tor, den Weg in die Tiefe mit sich nimmt und sich beim Kirchturm im Dunkel verliert…

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