Bei einem Kurztrip in der Vorsaison Anfang Juni an die westpolnische Ostseeküste (Westpommern) entstand dieses Foto in Trzęsacz. Der einsam Ausschau haltende Mann auf dem Balkon zog meine Aufmerksamkeit auf sich, weil er so verloren wirkte im Wabenmuster der gleich aussehenden Balkone seiner Massenunterkunft.
Mein Eindruck war, dass sich diese Küstenregion mehr und mehr auf den Massentourismus einstellt. Es herrscht rege Bautätigkeit in vielen Dörfern dieses Küstenabschnitts. Dabei werden vielfach uniforme, leicht ghettohaft anmutende Ferienhäuschen und Gästewohnungen hochgezogen. Die Dörfer verändern sich, verlieren ihren Chrakter, und es entstehen Ramschmeilen, wo billige Touristensouvenirs für den Strandurlaub feilgeboten werden und sich ein Restaurant oder Schnellimbiss an das andere reiht. Das schnelle Geld lockt ebenso wie das schnelle Vergnügen. Und vermutlich ist die westpolnische Küste gerade für deutsche Touristen aus Berlin, Brandenburg und den östlichen Grenzregionen ein preiswertes Urlaubsziel.
Schade, das in Westpommern – so scheint es – die Fehler wiederholt werden, die anderorts bereits bereut werden.
Für mich sagt mein Foto viel aus über unsere Moderne und die Verlorenheit des Individuums in der Eintönigkeit von Beton.
Hier noch einige Eindrücke von der Ostseeküste dort, die sich vom Wetter her am Tag meines Besuchs von ihrer besten Seite zeigte…




