Sizilien im Februar – nur mit 20mm Festbrennweite

Sizilien im Februar?

Für mich ein Geheimtipp, weil ich so den sommerlichen Touristenmassen entgehen kann, die Siziliens Sehenswürdigkeiten busseweise verstopfen.

Was ich aber in Kauf nehmen muss: es kann schönes Wetter haben, muss aber nicht. Es kann angenehme Temperaturen haben, es kann aber auch sehr frisch werden. Und Letzteres sowohl draußen als auch im Innern z.B. einer Ferienwohnung.

Ich hatte auf meinem Trip alles davon und realistischerweise kann im Februar auf Sizilien alles in schnellem Wechsel zusammenkommen: Sonne und Regenwolken, Wärme und Kälte. Während meiner Tour kam noch ein ziemlich heftiger Sturm dazu. Und die FeWo hatte keine Heizung.

Bewusst nur ein Objektiv: 20mm!

Lumix G 22mm f1.7 Pancake
Lumix G 22mm f1.7 Pancake

Normalerweise reise ich mit einem dieser sprichwörtlichen „Immerdrauf“-Reisezoom-Objektive in die Ferne. Einfach, um jede mögliche Fotosituation händeln zu können. Oft bleibt ja keine Zeit, einer spontan entstehenden Situation erstmal mit einem umständlichen Objektivwechsel zu begegnen.

Aber diesmal wollte ich mich ganz bewusst wirklich trauen: extrem leicht und extrem simpel sollte meine Fotoausrüstung sein. Und ich wollte wissen, was damit fotografisch geht.

Und so nahm ich nur meine kleine Olympus E-M10 MkIV mit, bestückt mit dem Panasonic Lumix G 20 mm F1.7 Asph. Pancake. Das Objektiv ist in Kombination mit der kompakten E-M10 absolut jackentaschentauglich, denn es ragt nur 26 mm vor das Gehäuse und belastet auch bei sehr langen Touren nicht. Hohe Lichtstärke und ‚kurze Standardbrennweite‘ von 40mm umgerechnet auf Kleinbild schienen mir ideal für den Trip zu sein. Das zunächst von mir favorisierte Olympus 17mm 1.8 schied dagegen aus, weil es deutlich weiter vom Kamerabody absteht.

Meine Erfahrung oder: Reichen 20mm Brennweite im Urlaub aus?

Ich habe die freiwillige Beschränkung auf die Festbrennweite von 20mm in den meisten Situationen nicht als Bremse für fotografische Kreativität oder Festhalten von Urlaubseindrücken erlebt. Allerdings auch nicht als Booster, die aus der Beschränkung heraus quasi meine Kreativität extra herausfordert. Vom Entzücken über „Nur-Festbrennweite-nutzen“ berichten ja etliche Fotografen im Netz ganz stolz.

Aber: ich kann sagen, ich habe nichts oder fast nichts vermisst. Die 20mm empfand ich als absolut reisetauglich, denn die meisten Fotomomente waren damit zu bewältigen. Manchmal hätte ich mir einen Touch mehr Weitwinkel gewünscht, weil eine größere Distanz zum Motiv nicht möglich war – z.B. in Palermos Innenstadt. Und manchmal hätte ich ein Motiv oder Detail gerne näher herangeholt.
Aber: Es sind mit nur dieser 20mm-Brennweite dennoch Fotos von beeindruckender Vielfalt entstanden! Das Objekt erwies sich als tauglich sowohl für Nahaufnahmen als auch um weite Landschaften einzufangen. Und wenige Male habe ich ein bisschen „geschummelt“: Die E-M10 verfügt über einen digitalen Zoom, den ich doch zugeschaltet hatte.

Die meisten Aufnahmen sind übrigens mit Offenblende entstanden. Ich habe nämlich oft schlicht einfach vergessen, die Blende adäquat einzustellen – ein Fehler, der mir öfter mal bei Objektiven unterläuft, die ich als „Immerdrauf“ nutze. Die Qualität der Fotos fand ich dennoch prima! Dass die Linse nicht die ultraschnelle Fokussierung besitzt, fand ich verschmerzbar und hat mich nicht beeinträchtigt, Sehenswürdigkeuten laufen ja nicht weg. 😉

Aber hier nun eine Auswahl meiner Fotos „Sizilien im Februar“:

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