Smartphone oder doch Kamera im Urlaub?

Darüber, was Smartphonefotografie inzwischen vermag, habe ich mich schon verschiedentlich hier auf meinem Blog geäußert. In bereits sehr vielen Belangen kann ein Smartphone eine ganze Kameraausrüstung ersetzen, die Qualität der Aufnahmen bei aktuellen Smartphones ist schon seit einigen Jahren top – und wird immer besser. Smartphones bringen so mittlerweile eine Rundum-Kameraausstattung mit sich, inkl. Weitwinkel und leichtem optischen Zoom, die überlegen lässt, ob mensch sich speziell im Urlaub noch eine schwere Kameratasche mit Objektiven und Zubehör antun soll.

Vorzug Smartphone?

Den uneingeschränkten Vorzug für das Smartphone allein würde ich für folgende Szenarien aussprechen: der Ort, an dem ich meinen Urlaub verbringen möchte, ist für mich bereits „ausfotografiert“. Jetzt ist die Frage, ob es das überhaupt gibt. Aber was ich meine: ich habe schon eine Menge Fotos dort gemacht, möglicherweise sind viele dabei, mit denen ich zufrieden bin, vielleicht ähneln sich viele Fotos auch, weil der Ort selbst keine großen Überraschungen und Entdeckungen mehr für mich bereit hält. Und darum muss ich mich an dem Ort nicht ärgern, wenn ich mal keine Kamera dabei habe, sondern „nur“ mein Phone.

Ein anderes Szenario, das für das Smartphone spricht: mögliche Fotosituationen, die ich festhalten und „mitnehmen“ möchte, entstehen spontan, auf der Strasse, dem Markt, am Pool oder Strand, wo eine „große“ Kamera eher lästig erscheint oder so auffällig, das mir manche Motive so gar nicht möglich sind. Streetfotografie etwa klappt ja mit dem Smartphone meist deshalb so gut, weil ein Smartphone ein Alltagsgegenstand ist, dem keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt wird und mir so erlaubt, „unauffällig“ zu fotografieren.

Das Foto über diesem Beitrag fällt in die erstgenannte Kategorie. Ich habe es Ende Mai in Cividale im Friaul, Italien, gemacht und es zeigt die „Ponte del diavolo“, die Teufelsbrücke, die sich in der kleinen oberitalienischen Stadt über den Natisone-Fluss spannt. In Cividale bin ich seit über 10 Jahren mindestens einmal im Jahr, weil wir in dieser Gegend gerne friulanischen Wein kaufen (Tipp: Vini La Magnolia in Spessa, einem Ortsteil von Cividale). Viele Male in den vergangenen Jahren hatte ich meine DSLR bzw. Systemkamera dabei. Bei den letzten zwei Besuchen allerdings „nur noch“ mein Smartphone, das auch einen Weitwinkelmodus besitzt. Mir gefällt das Foto der Brücke: es ist ein tolles, farbintensives und klares Bild geworden.

Dennoch unverzichtbar: meine Oly-Kamera

Allerdings ist der genannte nur „leichte“ optische Zoom von Smartphones tatsächlich für mich nach wie vor ein Grund, auch im Urlaub nicht auf eine „richtige“ Kamera zu verzichten. Das Reisezoom meiner Olympus bringt voll ausgefahren immerhin satte 200mm Brennweite mit. Und so toll der Weitwinkelmodus beim Smartphone auch ist: er verzerrt speziell Architektur sehr unschön und kommt qualitativ nicht an ein hochwertiges Weitwinkelobjektiv heran, und selbst das genannte Reisezoom verzerrt nicht so unschön.

In diesem Sommer solls nach Frankreich in eine einsame Gegend gehen. Meine Olympus-Kamera hilft mir mit ihrer flexiblen Ausstattung – mein Weitwinkel, Makro und Fisheye sind neben dem „Superzoom“ in meiner Fotoreisetasche auf jeden Fall mit dabei – beim Erkunden von unbekannten Orten und ist qualitativ vom Bildergebnis her natürlich top. Und trotz der Fortschritte bei den Smartphonekameralinsen bleibt eine weitere Schwachstelle der „Taschenknipsen“ bestehen: bei wenig Licht reichen die Bildergebnisse an die einer Systemkamera oder DSLR nicht heran.

Sonnenuntergang Bretagne
Sonnenuntergang in der Bretagne – fotografiert mit meiner Olympus

Urlaub heißt: (endlich) Zeit zum Fotografieren haben

Dazu kommt ein weiterer Aspekt, der für mich das wichtigste Argument im Urlaub ist: ich habe Zeit, habe Muße, ich kann experimentieren, die Möglichkeiten meiner Kamera ausloten, neue Dinge ausprobieren. Ich kann den Ort eines schönen Motivs mehrfach besuchen, mich auf ihn einlassen, ihn mit der Kamera entdecken, unterschiedliche Lichtsituationen erleben, Perspektiven gestalten und ablichten. Eben all die Dinge tun, die mir beim Fotografieren so richtig Spaß machen.

Aber: am Ende des Urlaubs werde ich wie jedes Jahr entdecken, dass eine Menge guter Fotos auch mit dem Smartphone entstanden sind, das ich selbstverständlich nicht zu Hause lassen werde. 😉

 

 

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