Ein Abend an der Loire

Flammendes Abendrot – ein Motiv, das bei mir schon fast automatisch den Reflex auslöst, meine Kamera zu zücken. In meiner Sammlung ist dieses Foto, das an einem Augustabend an der Loire bei Amboise in Frankreich entstand, für mich jedoch ein besonderes Foto. Kurz aber ein Blick auf die technische Seite, bevor ich erzähle, warum es für mich so besonders ist.

Kamera und Bildtechnik

Auf Reisen habe ich gerne meine kleine Olympus E-M5 MKII dabei, weil sie erstens leicht und zweitens ein absolut eingängiges und intuitives Handling hat. Im Kombination mit dem Olympus 14-150mm 1:4.0-5.6 II Objektiv bin ich für fast jede Situation gerüstet: die klassische Reisekamera eben.

Bei der Aufnahme von Sonnenuntergängen nutze ich gerne die automatischen Bildfilter, die meine Olympuskameras mitbringen. Hier bei diesem Foto den Filter „PopArt“, der die eh schon vorhandenen intensiven Farben des Sonnenuntergangs nochmal richtig knallig aufdreht.

Bei diesem Foto funktioniert der Filter von der Bildwirkung her ganz gut. Aber dieser schon fast überintensive Filter kann auch manche schöne Szenerie kaputtfärben. Er funktioniert hier deshalb so gut, weil erstens das Motiv selbst hauptsächlich aus dem vom Fluss reflektieren Licht und aus wenigen Silhouetten besteht. Und weil zweitens diese Lichtwirkung und mein subjektiver Eindruck der Szene sehr intensiv war. Auf einem „normalen“ Foto mit Standardfarben wäre also das Abendrot, das mir in einem Lilaton auf dem Wasser entgegenflimmerte, viel zu flau gewesen. Diesen Effekt kennen vielleicht einige: man sieht sich hinterher das Foto an und denkt sich, dass die erlebte Stimmung gar nicht rüberkommen will. Und das ist dann der Zeitpunkt, an dem man dann das Bildbearbeitungsprogramm anwirft… 😀

Motiv und Bedeutung

Nun zur Bedeutung des Fotos für mich: in der Woche, in der das Foto entstand, lag ein Freund schwer von Krebs gezeichnet im Sterben. Eine Woche später erlag er seiner Krankheit, ich war noch immer in Frankreich, war aber weiter gefahren an den Atlantik.
Als mir die Frau meines Freundes schrieb, dass er gestorben sei, haben wir lange telefoniert – immer mal wieder fast jeden Tag. Und irgendwann habe ich ihr dann dieses Foto geschickt. Das Boot auf dem Fluss ist für mich ein Zeichen des Übergangs in eine „andere“ Welt und der Mast formt sich zum Kreuz. Für mich nicht in erster Linie ein Zeichen des Todes übrigens, sondern hier auf diesem Foto vor allem auch das: ein Zeichen der Hoffnung.

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