Auf dem alten jüdischen Friedhof in Hainsfarth

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Am Wochenende endlich wieder Muße gehabt, den Spuren früheren jüdischen Lebens in meiner unmittelbaren Umgebung nachzugehen: zuerst habe ich den jüdischen Friedhof in Nördlingen (abgeschlossen) und dann den jüdischen Friedhof in Hainsfarth bei Oettingen besucht. Letzterer ist zugänglich, wenn man sich an Herrn Wittig im Dorf wendet, der den Friedhof bereitwillig aufsperrt und eine kleine Führung anbietet. Hainsfarth beherbergte im 19. Jahrhundert die größte jüdische Gemeinde in Schwaben. Beeindruckende Grabmale erloschenen jüdischen Lebens: 1942 wurden die letzten paar verbliebenen Hainsfarther Juden von den Nazis abtransportiert und umgebracht. Und so enden die Gräberreihen, die eigentlich – und das ist nicht wenig paradox – von einem halbwegs „normalen“ Leben zeugen, ganz abrupt. Der Friedhof strahlt eine eigene Melancholie aus. Die Grabsteine – oft aus Sandstein gehauen – sind stark von Flechten und Moosen bewachsen und zerfallen langsam. Mein Foto zeigt die „östliche“ Seite eines noch gut erhaltenen Grabsteins. Von Osten erwartet der jüdische Glaube den Messias – und so sind in die entsprechenden Grabsteinseiten jüdische Schriftzeichen eingehauen. Die Rückseite, die westliche Seite des Grabsteins, ist in deutsch. Das Foto wurde durch den RAW-Entwickler mit einem „Bleach Bypass“-Filter geschickt, um diese monochrome Anmutung zu erhalten, die meiner Meinung nach gut zum Motiv passt. Hier noch die Kameradaten: f/7,1, 1/250 sek, 1/50 Sek., ISO 640. Canon 40D.

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