Frühmorgens auf dem Mont Ventoux

Ja, der Mont Ventoux ist der Berg, den man vermutlich als eine der mörderischsten Etappen der Tour de France kennt. Auf jeden Fall ist er der höchste Berg in der Provence und in der weinrebenbestandenen Landschaft des Vaucluse um Orange einfach nicht zu übersehen.

Im August war ich dort für einige Zeit in der Gegend um Beaumes de Venise (ja, ich habe natürlich dort Wein gekauft!) und wollte auf jeden Fall den Ausblick vom Gipfel auf die nördliche Provence erleben.
Im Internet und manchen Reiseführern wird davon abgeraten, in der Ferienzeit untertags den Gipfel des Mont Ventoux zu besuchen, den man übrigens bequem mit dem Auto oder weniger bequem, dafür sportlich ambitionierter, mit dem Rad erfahren kann.

Ich wählte also die frühen Morgenstunden für einen Besuch aus und machte mich vor Sonnenaufgang mit dem Auto von Malaucène aus auf den Weg.
Zunächst war ich erstaunt, dass die Straße den Mont Ventoux hoch mit all ihren Kehren und Kurven derart breit und gut ausgebaut ist. Fast bin ich versucht „Rennstrecke“ zu sagen (was sie vermutlich auch ist – die Tour de France lässt grüßen!).
Auf dieser breiten Straße sind es vom Ausgangsort Malaucène dann doch fast 20km bis zum Gipfel zu fahren – das dauert einfach seine Zeit. Erstaunlich für mich, dass ich auf halber Höhe am Berg – das Tageslicht wurde langsam sichtbar – einen Trupp Radfahrer überholte, die sicher bereits um 4 Uhr aufgestanden bzw. losgefahren sein mussten.

Den Gipfel hatte ich dann, abgesehen von einem augenscheinlich herrenlosen, aber freundlichen Hund, quasi für mich allein.

Hund auf dem Mont Ventoux
Dieser freundliche und augenscheinlich herrenlose Hund begrüßte mich am Morgen auf dem Mont Ventoux.

Der Tag versprach, schön zu werden. Aber es war um 6 Uhr noch sehr kalt und vor allem stürmisch auf dem „windigen Berg“, der augenscheinlich seinen Namen zu Recht trägt.

Der Sonnenaufgang dort oben war schon deswegen ein fotografisch tolles Erlebnis, weil quasi sekündlich Intensität, Farbe und der Charakter des Lichts wechselten. Am Anfang war es dunstig, und es war von der grandiosen Rundumsicht auf das Umland noch nicht allzu viel zu sehen. Mit steigendem Sonnenlicht klarte es aber auf und legte Stück für Stück den Blick auf die Landschaft frei.

Ich habe etliche Fotos dort oben geschossen, dabei hatte ich nur meine kleine Sony WX350 und mein Smartphone.

Das für diesen Artikel ausgewählte Foto oben gefällt mir besonders aufgrund der Reduktion der Landschaft auf bloße Umrisse der umliegenden Berge und wegen der fein abgestuften Farben.

Das Foto entstand mit der kleinen Sony, die mir schon länger auf Reisen immer dann beste Fotos liefert, wenn ich bewusst oder aus Planlosigkeit auf meine Olympus verzichte.

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